Ethanol

Technik

Ethanol-Mix-Control-Gerät
BE&U g.e.V.

Aus Biomasse gewonnenes Ethanol kann normalem Otto-Kraftstoff (Benzin) problemlos zugemischt werden, ist aber ab ca. 10 % Ethanolanteil meist nur mit Modifizierungen in Fahrzeugen nutzbar.

Aus z.B. dem Rohstoff Zuckerrübe gewonnenes Bioethanol kann gemäß der Euronorm EN DIN 228 herkömmlichem Treibstoff direkt ohne Umbau des Motors bis ungefähr zu einem Anteil von 5 Volumen-Prozent beigemischt werden. Bei Anpassung der Motorentechnik sind auch wesentlich höhere Mischungsverhältnisse möglich, wie es z. B. in Brasilien mit Bioethanol 100 aus Zuckerrohr schon seit Jahren der Fall ist. Es kann auch indirekt als Rohstoff für die Herstellung von Ethyltertiärbutylether (ETBE) genutzt werden, das zu einem Anteil von 15 % normalem Benzin beigemischt werden kann und zur Erhöhung der Klopffestigkeit dient.

Vorreiter in Europa in der Beimischung von Ethanol ist Schweden. Dort wird inzwischen der Treibstoff E85 angeboten. E85 besteht zu 85% aus wasserfreiem Bioethanol und zu 15% aus herkömmlichem Benzin. Die Motoren für die Verbrennung von Bioethanol müssen besondere Anforderungen an die verwendeten Materialien erfüllen. Dies ist bedingt durch die spezifischen Verbrennungseigenschaften von Ethanol, die von denen des Benzins abweichen. Für die Verwendung des E85-Kraftstoffs kommen überwiegend FFV (Flexible Fuel Vehicle) in Frage, die jegliche Ethanol-Benzin-Mischung auch unterhalb eines Anteils von 85% Ethanol verbrennen können. Die Fahrzeuge werden werksseitig bereits mit einen speziellen Sensor, der fortlaufend das Mischungsverhältnis feststellt und den Motor im laufenden Betrieb darauf anpaßt sowie ethanolbeständigen Werkstoffen ausgestattet. Bei einem reinen Benzinmotor, der mit E85 betrieben würde, kann es ohne ein Modifizierung durch aus zu einem Motorschaden kommen. Eine Nachrüstung von reinen Benzin-Motoren zu FFV-Motoren scheidet aus Gründen nicht korrosionsbeständiger Materialien überwiegend aus.

Immer mehr Automobilhersteller sehen Zukunftschancen für Bioethanol und bieten Flexible Fuel Vehicles an. FFV-Fahrzeuge haben unter anderem die Hersteller Ford, Saab, Volvo, Renault, Citroen, Dogde und Chrysler im Angebot.