Neue EU-Quoten für Biosprit? Mit BioErdgas auf dem richtigen Weg

Die Europäische Union steht vor einer Korrektur ihrer Ziele beim Ausbau der Nutzung von Biokraftstoffen. Erdgas als fossiler Kraftstoff und regenerativ erzeugtes Biomethan, ein Biokraftstoff der zweiten Generation für Erdgasfahrzeuge, könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Der Industrieausschuss des Europaparlaments stimmte in Brüssel dafür, dass bis 2020 vier Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs aus alternativen Treibstoffen, wie zum Beispiel Erdgas und Biokraftstoffen der zweiten Generation, gewonnen werden. Dagegen sollen künftig nur noch sechs statt der bisher vorgesehenen zehn Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs mit dem derzeit gebräuchlichen Biosprit der ersten Generation abgedeckt werden. An dem 2007 beschlossenen Ziel einer Biosprit-Quote von insgesamt zehn Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch hält der Industrieausschuss weiterhin fest.

Der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge begrüßt die Entscheidung des Industrieausschusses als richtigen Schritt. "Die bisherige Diskussion um die Beimischung von Bioethanol zum Benzin hat gezeigt, dass die Klimaziele der EU mit Biokraftstoffen der ersten Generation nicht erreichbar sind", so Dr. Ulrich Müller, der Vorsitzende des Trägerkreises Erdgasfahrzeuge. "Anders als viele herkömmliche Benziner und Dieselfahrzeuge haben Erdgasautos keine Schwierigkeiten mit ihrem Biosprit. Sie fahren problemlos auch mit hundert Prozent regenerativ erzeugtem Biomethan", erklärt Müller.

Durch den Einsatz von regenerativ erzeugtem Biomethan kann die ohnehin schon gute CO2-Bilanz der Erdgasfahrzeuge weiter verbessert werden. Denn reines Biomethan, das aus organischen Abfällen wie Gülle und Grünschnitt hergestellt werden kann, ist nahezu CO2-neutral. Insofern ist Biomethan ein wichtiger Beitrag zum EU-Ziel, den Klimawandel aufzuhalten. Zudem emittieren Erdgasfahrzeuge 70 Prozent weniger Stickoxide als Dieselfahrzeuge und stoßen nahezu keinen Feinstaub aus.

Schon heute kann Biomethan anteilig getankt werden. So bieten die Stadtwerke München an sieben Tankstellen den Kraftstoff Erdgas mit einer Beimischung von 20 Prozent Biomethan an. An mehr als 70 Tankstellen im Versorgungsgebiet des Gasversorgers EWE AG zwischen Ems, Weser und Elbe enthält der Kraftstoff Erdgas schon zehn Prozent Biomethan. Weitere Initiativen der deutschen Gaswirtschaft befinden sich derzeit in der Entwicklung. So soll zum Beispiel an den Berliner Erdgastankstellen ab 2009 ein Drittel Biomethan beigemischt werden.

Über die geänderten Pläne des Industrieausschusses wird das Plenum des Europäischen Parlaments voraussichtlich Anfang Oktober abstimmen. Anschließend ist die Zustimmung der 27 EU-Mitgliedsländer erforderlich.

Weitere Informationen zum Thema Erdgasfahrzeuge und den Umwelteigenschaften von Biomethan erhalten Interessierte im Internet unter www.erdgas-fahren.de/umwelt

Friday, September 12, 2008
Quelle: ots