Vollgas im Dienste der Wissenschaft
14.01.2010
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Bildquelle: HTW Saarland
Innerhalb weniger Stunden ist der Rennfahrer Christian Hohenadel zum Autogas-Fan
geworden. Für das Projekt CO2-100minus pilotierte der 33-jährige Saarländer
eines der drei Versuchsfahrzeuge - einen Peugeot 107 - über die Nordschleife des
Nürburgrings.
Dabei wurden sämtliche Motordaten aufgezeichnet und später von
Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes in
Saarbrücken ausgewertet. Die entscheidende Frage dabei: Wie reagiert die
Maschine bei extremer Belastung. Voll-Gas für die Wissenschaft ist dabei
durchaus wörtlich zu nehmen. Entsprechend hart nahm Hohenadel den Kleinwagen
ran, der ab Werk nur 68 PS hat und durch die flüssige Autogas-Einspritzung in
den Ansaugtrakt auf 72 PS kommt.
Es war die erste intensive Begegnung des
Rennfahrers mit dem auch LPG (Liquified Petroleum Gas) genannten
Alternativkraftstoff, und entsprechend unbefangen ging Hohenadel ans Werk.
Normalerweise pilotiert der Saarländer eine 515 PS starke Corvette in den
ADAC-GT-Masters und konnte damit 2009 einen Gesamtsieg am Eurospeedway Lausitz
erringen. Prof. Dr.-Ing. Harald Altjohann, der selbst die
Nürburgring-Nordschleife schon bei zwölf 24-Stunden-Rennen unter die Räder
genommen hat, gab dem 33-Jährigen eine "Privatvorlesung" unter freiem Himmel zum
Thema Autogas, bevor es auf die Piste ging.
Obwohl der Peugeot monovalent
ausgelegt ist - also anders als die meisten umgerüsteten Fahrzeuge nicht mit
Benzin starten muss - sind bei dem Versuchsfahrzeug weiterhin sämtliche
Benzinkomponenten an Bord, um Referenzwerte bestimmen zu können. So konnte
Hohenadel selbst unter Last zwischen den beiden Kraftstoffen umschalten, was er
natürlich häufig gemacht hat. "Es gibt absolut keinen Unterschied", so das Fazit
des Rennfahrers, der das schwachmotorisierte Auto wirklich an seine Grenzen
brachte und zum Beispiel gnadenlos über die Curbs fuhr.
Daher kann Hohenadel
sich Autogas-Fahrzeuge sehr gut im Motorsport vorstellen, was ja beispielsweise
in der VLN-Langstreckenmeisterschaft oder im Rallyesport schon in Einzelfällen
Realität ist. Die Extremerprobung durch den Motorsport und die damit verbundenen
Entwicklungsfortschritte sind unbestritten. Wenn man dann noch - wie vom Projekt
CO2-100minus eindrucksvoll nachgewiesen - bis zu 20 Prozent CO2 einsparen kann,
führt eigentlich kein Weg an Autogas vorbei. Doch nicht nur da. "Ich bin ja
nicht nur Rennfahrer sondern auch Kaufmann", resümiert Hohenadel, der in
Dillingen ein Telekommunikationsunternehmen betreibt. Bei einem Autogas-Preis
von rund 60 Cent macht sich eine Umrüstung (Kosten ab 2000 Euro) schon nach
40.000 bis 50.000 Kilometer bezahlt. Hohenadel denkt jetzt intensiv über die
Autogas-Umrüstung für seine eigenen Pkw nach.
Quelle: www.projekt-co2-100minus.de